"Keine Panik auf der Titanic" - Kreuz & Quer vom 17.07.2016, Sprüche 16,17-20

Wir alle haben schon vom Schicksal der "Titanic" gehört. Verschiedenste Bücher, Dokumentationen und Filme haben den Untergang dieses Riesendampfers zum Inhalt. Wohl am bekanntesten ist der Film "Titanic" von 1997. Es wurde einer der erfolgreichsten Filme der Kinogeschichte und mit Preisen überschüttet: Er bekam 11 Oskars."Titanic" ist der bis jetzt zweitgrößte Kassenschlager der Filmgeschichte.
Sie war das größte Schiff, das die Welt je gesehen hatte. So hoch wie ein zehnstöckiges Haus und beinahe so lang wie drei Fußballfelder. Ausgestattet mit Palmengärten und türkischen Bädern. Ein schwimmender Palast! Technisch unübertroffen und absolut unsinkbar, wie man sagte.
An Bord waren über 2200 Menschen aus zwanzig Nationen. Kleine und große Leute, Maurer und Musiker, Tellerwäscher und Millionäre. Doch nach vier Tagen, 17 Stunden und 30 Minuten war alles aus. Auf ihrer Jungfernfahrt von Southampton nach New York kollidierte die berühmte Titanic mit einem Eisberg und sank in ein Grab von 4000 Metern Tiefe.
Wie konnte das nur geschehen? Es war eine tödliche Mischung von Überheblichkeit, Ehrgeiz und Dummheit, die den Luxusliner untergehen ließ.
Die Titanic besaß einen doppelten Schiffsboden und war in 16 wasserdichte Abteilungen unterteilt. Sie galt als unsinkbar. "Selbst Gott könnte dieses Schiff nicht versenken", hatte ein Besatzungsmitglied vor Antritt der Jungfernfahrt gesagt. Welch ein grandioser Irrtum! Auf dem Schiffsrumpf soll jemand die Worte geschrieben haben "No God" - "Wir brauchen keinen Gott!"
"Wir kriegen die Welt mit ihren Problemen auch ohne Gott in den Griff!" so denken auch heute unzählige Menschen. Wozu brauchen wir dazu Gott? Mit dieser Einstellung wird jeder Mensch scheitern. Wie kann er denn allen Ernstes auf den verzichten, der ihm sein Leben gegeben hat? Wie will er denn ohne ihn sein Leben meistern? Unmöglich!
Mit der höchstmöglichen Geschwindigkeit jagte die Titanic durch den Nordatlantik. Warum? Der Direktor der Reederei war als Passagier bei der Jungfernfahrt dabei. Er übte auf den Kapitän Smith Druck aus, doch schneller zu fahren. Vermutlich aus Werbezwecken. Deshalb galt die Devise "Augen zu und durch!" Die Titanic bezahlte für diese Dummheit den höchsten Preis. Maßloser Ehrgeiz hat schon vielen Menschen bis auf den heutigen Tag das Leben gekostet!
Man wiegte sich auf der Titanic also in falscher Sicherheit. "Wir sind ja unsinkbar!" Und man wollte möglichst schnell in New York eintreffen. Diese Kombination aus Überheblichkeit und Ehrgeiz machte die Mannschaft der Titanic blind für die Warnungen, die sie erhielt. Mindestens achtmal funkte es in ihrer Kajüte: "Melden Eisberge und Treibeisfelder auf 42 Grad Nord..."
Ein Schiff meldet ein gigantisches, sozusagen rechteckiges Eisfeld samt Maßangabe. Der Funker gab dieser Meldung keine Bedeutung. Einmal antwortete die Titanic lässig abweisend und grausig cool: "Klappe halten, ihr stört..." Es erfolgte keine Kurskorrektur. Die Titanic raste weiterhin mit Volldampf ohne Kurskorrektur weiter.
Die falsche Sicherheit macht bis auf den heutigen Tag den Menschen immun gegen Warnungen, die er erhält. Und sie bringt ihn ins Verderben. Da braucht einer nur zu denken: "Was soll mir schon passieren? Ich glaube doch an Gott! Ich bin getauft, konfirmiert, halte mich zur Kirche, auch heute ist mein Platz nicht leer, ich habe sogar schon einmal Vergebung erfahren. Es ist alles in Ordnung bei mir!" Bei einer solchen Einstellung kann sich nur einer freuen; Das ist der Teufel, der unseren Untergang will. Denn er weiß: Ein solches Lebensschiff zerbricht einmal an den Eisbergen von Not und Elend, Leid und Schuld.
Wir alle haben ohne Ausnahme Kurskorrektur nötig. Den Kurs für unser Leben kann nur Gott angeben, nicht wir selbst, auch kein Pfarrer übrigens oder irgendeine uralte oder hypermoderne Moral. Dieser Kurs ist uns durch Gottes gute Ordnungen vorgegeben, durch seine Gebote. Wie gehen wir mit ihnen um? Wer sie missachtet, ob wissentlich oder unwissentlich, dessen Leben befindet sich auf Kollisionskurs/ Crashkurs. Der lebt in der Sünde.
Eine junge Frau erzählt: "Seit ich mit meinem Freund in einem eheähnlichen Verhältnis lebe, bin ich bedrückt. Und ich weiß eigentlich auch warum: weil ich nicht in Gottes guter Ordnung lebe..." Jemand anderes ist unversöhnlich gegen seinen Vater. Ein dritter geht leichtfertig mit der Wahrheit um. Ein vierter nutzt den Sonntagmorgen nur zum Ausschlafen. Es ist ihm egal, dass er dadurch Gottes Wort verachtet, das er hätte hören können.
"Alles nicht so schlimm," mag einer einwenden. "Ich bin ja kein Verbrecher und ein vergleichsweise recht ordentlicher Christ!" Lass dich warnen! Man muss sich nicht besonders anstrengen, damit das Leben in eine falsche Richtung läuft. Das Verderben kommt ganz von allein, wenn man gar nichts oder zu wenig tut.
Ein jeder Schüler oder Student kann das bestätigen: Ich brauche mich gar nicht besonders anzustrengen, um durchzufallen. Ich brauche nur in Mathe oder einer Fremdsprache eine gewisse Zeit nichts oder zu wenig tun, dann komme ich so schnell nicht mehr auf einen grünen Zweig.
Eine Hausfrau braucht nur eine Zeitlang nicht aufzuräumen oder zu putzen, dann herrscht in der Wohnung das Chaos.
Ein Angestellter braucht sich in seiner Firma nichts Großes zu schulden kommen lassen. Wenn er seine Arbeit nachlässig tut, wird er bald seinen Job los sein.
Wenn man seine Bibel vernachlässigt, das Beten vernachlässigt, den Kontakt mit anderen Christen vernachlässigt, dann verliert man von selbst die Beziehung zu Gott. Wenn man nicht auf Jesus hört und seine Liebe ausschlägt, genügt das, um ewig verlorenzugehen.
In jener Nacht zum 15. April 1912 ist allerhand los auf dem Schiff. Ein rauschendes Fest findet statt. Die Kapelle spielt pausenlos. Plötzlich geht eine gewaltige Erschütterung durch den Riesenleib des Schiffes. Die "Titanic" hat mit Rekordgeschwindigkeit einen Eisberg gerammt. Der Konstrukteur Andrews und der Kapitän Smith stellen einige Berechnungen an. Unausweichlich lautete die Schlussfolgerung: Die "Titanic" war auf dem Weg zum Meeresgrund. Pausenlos sendet der Funker das kurz vorher neu festgelegte Seenotrufsignal: SOS. Die Passagiere sollen in die Rettungsboote steigen. Doch die mitgeführten Rettungsboote reichen nur für einen Teil der Passagiere aus. An keinem Luxusartikel wurde gespart. Zu Essen und zu Trinken gab es genug an Bord: 15000 Flaschen Bier, 30000 frische Eier... 30 Kisten Golf- und Tennisschläger nahm man mit. Man hatte auch keine Kosten gescheut, der Titanic die beste Kapelle auf dem Atlantik mitzugeben. Aber am Wichtigsten hatte man aus Platzgründen gespart: an den Rettungsbooten. Ein tödlicher Leichtsinn, wie sich herausstellte.
Handeln viele Menschen nicht ganz ähnlich? Für alles Mögliche haben sie Zeit, auf alles mögliche bereiten sie sich vor und planen es exakt. Nur auf das Wichtigste verschwenden sie keinen Gedanken: dass ihr Lebensschiff einmal sinken muss und sie dann eine Rettung brauchen. Jeder weiß ja, dass er einmal sterben muss. Doch wer bereitet sich auf den Weg in die Ewigkeit vor? Wohl die allermeisten Menschen schieben den Gedanken an das Sterben weg. Es sei nicht nötig, sich damit zu beschäftigen, meinen sie.
Doch dadurch verpassen sie, in die von Gott bereit gestellten Rettungsboote einzusteigen. Sogar auf der Titanic zögerten die Passagiere zunächst, die Rettungsboote zu besteigen. Warum die strahlend erhellten Decks der Titanic gegen ein paar finstere Stunden in einem Ruderboot tauschen? Der Millionär Astor versuchte es ins Lächerliche zu ziehen: "Hier sind wir doch sicherer als in dem kleinen Boot!" Erst als die erste Leuchtrakete abgefeuert wurde, war es mit dem Witzeln und Trödeln vorbei. Jetzt wusste auch der Letzte: "Es wird ernst!"
In der ausbrechenden Panik gibt es noch Menschen, die Haltung bewahren. Ein Millionär zog seine Abendgarderobe wieder an. "Wir wollen als Gentlemen untergehen", sagte er. Bewundernswerte Haltung, aber hatte er auch einen Halt? Halt geben wollte der englische Priester Thomas Byles. Er nahm Passagieren die Beichte ab und erteilte die Absolution. Das schwarze Wasser kam mit jeder Sekunde näher.
Um 2.15 Uhr, fünf Minuten bevor die Titanic versank, klopfte der Kapellmeister auf seine Geige. Sein Lieblingslied war: "Näher mein Gott zu dir." Vermutlich hat er diesen Choral angestimmt.
Wer weiß, wieviel Passagiere innerlich in diesen Choral mit eingestimmt haben. Wenn die Not am größten ist, dann denken ja viele wieder daran, dass es ja noch einen Gott gibt, der helfen und eingreifen kann.
Und er griff auch ein. Selbst bei dieser größten Schiffskatastrophe aller Zeiten, bei der über 1500 Menschen umkamen, war Gott noch gnädig. Ein Dampfer fing die pausenlosen SOS - Signale der Titanic auf und raste mit Volldampf zu dem Unglücksort. Wenigstens die 700 Menschen in den Rettungsbooten konnten an Bord genommen werden. Denn die Passagierunterkünfte des Rettungsdampfers waren wunderbarerweise halb leer.
Wer in das Rettungsboot Gottes gestiegen ist, der geht auch nicht verloren. Schon in diesem Leben darf er erfahren, wie Gott ihn behütet, beschützt, bewahrt. Und auch nach dem Tode darf er in Ewigkeit mit ihm leben.
Das Rettungsboot Gottes heißt Jesus Christus. Es ist groß genug, dass alle, die wollen, auf ihm Platz finden. Jesus weist keinen Menschen ab, der zu ihm kommen will. Im Gegenteil, er fordert jeden auf, der Hilfe und Rettung braucht, sie bei ihm zu suchen. "Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken!" Das Rettungsboot Gottes ist für jeden zugänglich, an jedem Ort, zu jeder Zeit, auch heute früh/abend. Wir brauchen nur hineinzusteigen. Wir können es nicht sehen, so wie die Passagiere der Titanic es taten. Aber wir können die Einladung hören, die uns zu Christus ruft. Ein Schiffsbrüchiger zögert bestimmt nicht, wenn ihm eine Hand hingestreckt wird, die ihn ins Rettungsboot ziehen will. Er greift zu. Und unsere Lage, ist sie nicht ganz ähnlich? Wir sind bedroht von Angst, Sorgen, dem Tod und vor allen Dingen von unserer Schuld. Unsere Sünde zieht uns einmal in die ewige Gottesferne.
Von dieser Einladung ist niemand ausgeschlossen. Gott hat diese Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben. Unsere ewige Errettung hängt also nur davon ab, ob wir an Jesus glauben oder nicht.
Diese Botschaft gab auch John Harper weiter. Er war ein baptistischer Pfarrer und Passagier auf der Titanic. Nach ihrem Untergang kämpfte er im Wasser gegen den nassen und kalten Tod. Selbst in dieser Situation wollt er unbedingt den Menschen das rettende Evangelium von der Gnade Gottes in Jesus Christus weiterzusagen. Ein anderer Passagier driftete an ein Brett geklammert auf John Harper zu. Er rief zu dem Schiffbrüchigen: „Sind Sie gerettet?“ Die Antwort war „Nein!“ „Harper rief, „Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du gerettet“. Bevor der Mann antworten konnte, trieb er in die Dunkelheit hinein. Später brachte sie die Strömung wieder zusammen. Noch einmal rief der sterbende Harper: „Sind Sie gerettet?“ Wiederum lautete die Antwort „Nein“. Harper wiederholte die Worte von Apostelgeschichte 16, 31. Der Mann wurde später durch die Rettungsboote der Carpathia aus dem Wasser gezogen. In Hamilton, Ontario, bezeugte dieser Überlebende, dass er John Harpers „letzter Bekehrter“ war
Glaube an den Herrn Jesus Christus! Das darf jeder tun. Jeder darf zu ihm beten: "Herr Jesus, ich möchte zu dir kommen. Nimm mich an. Vergib mir alle Schuld meines Lebens, die mich von dir trennt. Nimm mein Leben jetzt in deine Hand und verändere es nach deinen Vorstellungen."
Ein Junge saß einmal mit seinem Bruder zusammen und brütete über seinen Problemen. Als er so seinen Gedanken nachhing, sank sein Kopf immer weiter nach unten, auf die Tischplatte zu. Sein Bruder hat damals etwas Ungewöhnliches getan: Er hat einen Daumen unter sein Kinn gelegt und den Kopf hochgehoben, langsam aber stetig.
Seine Sorgen wollten ihn gefangen nehmen. Der Blick war nach unten gerichtet. Der Kopf wurde mitgezogen.
Kennen wir das auch? Schul/Berufsprobleme, Ärger mit den Eltern, Streit mit den Freunden? Und vor allen Dingen die eigene Schuld, die einen niederdrücken will? Da sinkt der Mut schnell.
Denken wir dann an die Geschichte mit dem Daumen unter dem Kinn. Jesus will nicht, dass wir den Kopf hängen lassen. Er will, dass wir ihn wieder heben und auf ihn sehen. Ich bin mit meinen Ängsten, Sorgen, mit meiner Sünde und Schuld nicht allein. Einer ist da, der will mir helfen, mich trösten, mir vergeben. Einer ist da, der wacht über mich. Der wacht auch über dich. Du kannst ihm alles bringen, was zum Tragen zu schwer ist. Die ganze Last eines Lebens darfst du bei ihm abladen. Er trägt sie gern. Dann gibt es keine Situation mehr, bei der wir in Panik ausbrechen müssen. Denn er ist bei uns.

© 2016 Dieter Opitz