Angenommen, ich wäre angenommen...

Ich habe als junger Lehrer viel mit jungen Leuten zu tun. Neulich hat mich einer meiner 16 Jahre alten Schüler - den ich eigentlich sehr mag - gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, dass ich sein Vater sei. Ich war verdutzt! Wie kam er zu dieser Frage? Schließlich hatte ich mich gerade eben über diesen Schüler ein wenig im Unterricht geärgert, weil er sich einfach schlecht verhalten hatte. Nun kam er in der Pause zu mir und fragte mich so etwas. Nach einer kurzen Pause des Nachdenkens habe ich seine Frage bejaht und nun war der Schüler vollkommen verblüfft. Eine kleine nutzlose Episode in meinem Beruf?

Nein! Spricht nicht daraus die Sehnsucht nach einem Menschen, der sich um mich kümmert, dem ich mich anvertrauen kann? War das nicht der Wunsch nach einem intakten Vater-Sohn-Verhältnis, wie es bei diesem Schüler leider nicht existiert? Ich denke schon.

So alarmierend ein solcher Hilfeschrei sein mag, so einfach reagiert die Realität Gottes darauf. Was mir fehlt, das hat er, wonach ich mich sehne, das kann er mir geben. Wir wissen heute alle, dass es leider in vielen Familien nicht mehr richtig funktioniert - doch: Jesus "funktioniert" immer. Nicht wie ein Automat, wo ich gegen ein Geldstück die Ware bekomme, sondern wie ein zuverlässiger Kompass, der Dir die Richtung weist. Wenn Du Dich auf ihn einlässt, dann ist er für dich mehr als ein leiblicher Vater! So traurig das ist: Väter können ihre eigenen Kinder verstoßen oder die Beziehung zu ihnen abbrechen. Gott als Vater wird dies nie tun! Auf ihn kannst Du Dich verlassen.

Komm` doch einfach zu Jesus, wie dieser Schüler zu mir. Ein Lehrer kann seinen Schüler enttäuschen, ja, auch bekennende Christen können Menschen enttäuschen - aber Jesus enttäuscht nie! Und das Beste kommt noch: Der Lehrer stellt vielleicht Bedingungen und will erst einmal die Hausaufgaben sehen und kontrollieren. Jesus kennt das nicht! Ihm ist es egal, wo Du gerade herkommst und was Du gemacht oder eben nicht gemacht hast. Er holt Dich ab, wo Du stehst und ist einfach für Dich da! Nur eines musst Du schon selbst tun: Zu ihm gehen. Wie das geht? Ganz einfach: Rede mit ihm und sag` ihm was Dich beschäftigt und dieser Vater wird dich nie zurückweisen, wenn Du zu ihm kommst!

-aw