Anybody out there?

Letzte Woche war es mal wieder soweit. Ich hatte genug. Genug von allem!

Ich kam nach Hause und war fix und fertig. Und ich dachte: „Mein Leben kotzt mich an, nichts ändert sich. Ich bin der, der am schlechtesten dran ist von allen! Ich halte das alles nicht mehr aus. Ich kann nicht mehr...“

Manchmal habe ich solche Momente. Dann weiß ich nicht, wo ich hingehen soll, mit wem ich reden soll. Ich denke: „Mich versteht ja doch niemand.“

Ich möchte euch von ein paar anderen Leuten berichten, die solche Momente auch kannten.

Zum Beispiel von Elia. Er war müde und fertig mit der Welt. Und er hat sich irgendwann hingesetzt und nur noch gerufen: „Herr! Ich kann nicht mehr“. Und er fügt noch hinzu „Laß mich bitte sterben!“. (1. Könige 19,4). Und was macht Gott? Er schickt ihm einen Engel, der ihm etwas zu essen bringt und ihm neue Kraft schenkt.

Oder da gab es auch noch Jona. Der war bitter enttäuscht von Gott und der Welt. Und das macht ihn so fertig, daß er zu Gott sagt: „Wenn du mich so behandelst, wäre der Tod für mich besser als dieses Leben!“ (Jona 4,8). Und was macht Gott? Er erklärt dem völlig fertigen Jona, warum er so handelt, wie er handelt. Und zwar nicht mit großartigen theologischen Lehrsätzen, sondern so, daß Jona genau verstehen kann, worum es eigentlich geht.

Dann gab es auch noch Hiob. Der hat gefragt: „Gott! Warum? Warum geht es mir so beschissen? Mein Leben kotzt mich an. Sag mir, warum das so sein muß!“ (Hiob 10, 1-2).

Und was macht Gott? Er kümmert sich um diesen Hiob, der so vorwurfsvoll mit ihm redet.

Und er schenkt diesem Menschen nach allem, was er durchmachen musste, ein neues, gutes und erfülltes, langes Leben.

Die drei schütten ihr Herz vor Gott aus. Auch ich darf das. Als sein Kind. Er hat ein offenes Ohr und hört mir zu.


„Ich schütte mein Herz vor Dir aus.
Ich lasse die Klagen darüber hinaus,
daß wir so vieles an dir nicht versteh’n,
wie schwer manche Wege sind, die wir hier geh’n.
Und wenn es das Herz auch kaum glaubt:
Du hast uns das Klagen erlaubt.

Herr meiner Klagen werd ich nicht Herr.
Sei du der Herr meiner Klagen!“

(M. Siebald – Nach Psalm 62,9)