No god!


Where is he, our "great protector"? There is none – no god! Get used to it!”
(Wo ist er, unser großer Beschützer? Es gibt keinen-da ist kein Gott! Gewöhn Dich an diesen Gedanken...)

Das waren die Worte eines der vielen Helfer, die nach dem Anschlag auf das World Trade Center in NewYork meistens nur noch Tote bergen konnten. Millionen von Menschen auf der Welt sahen die Bilder der Flugzeuge, die ins WTC krachten, Millionen sahen auch diesen Kommentar, der auf CNN mehrere Male in der Nacht des 11. September 2001 ausgestrahlt wurde. Und Millionen von Menschen fragten sich sicherlich auch: Wo ist Gott? Warum lässt er so etwas zu? Warum hat er nicht eingegriffen? Gibt es Gott wirklich? Oder ist er nur Einbildung?
Wir Christen kennen diese Frage nur zu gut. Wo war Gott? Das ist der Vorwurf, den man uns immer als erstes Argument entgegenhält, wenn etwas irgendwo schiefgelaufen ist. Meist wissen wir als Christen die Antwort auch nicht. Wir sind selbst oft genug schockiert von dem was in der Welt an Bösem geschieht, von dem Leid, das uns überall begegnet.
Aber vielleicht dürfen wir eine Gegenfrage stellen: Warum stellst Du die Frage nach Gott gerade jetzt? Warum gerade in dieser Situation? Nirgendwo in der Bibel können wir etwas davon lesen, daß es auf dieser Welt kein Leid geben wird. Nirgendwo wird uns versprochen, daß alles in unserem Leben ohne Schwierigkeiten ablaufen wird. Und das gleiche gilt auch für die großen Geschehnisse in der Weltgeschichte.
Ich muß ehrlich zugeben, daß ich mir selbst die Frage "Wo war Gott?" gestellt habe. Mich hat die Frage sehr lange umgetrieben. Mehrere Wochen vergingen. In dieser Zeit wurde mir eine Sache klar: Alle Fragen und Vorwürfe, die man vielleicht gegen Gott richtet, spiegeln häufig die eine Angst wieder, die meistens unausgesprochen bleibt: Was würde geschehen, wenn so etwas MIR passieren würde? Wo wäre Gott dann? Würde er MIR helfen? Kann ich irgendwie sicher sein, daß Gott dann bei mir wäre? Jedenfalls war das die Grundfrage, die mich eigentlich beschäftigte. Und auf diese Frage bekam ich in der ersten Oktoberwoche eine Antwort in Form eines Zeitungsberichts. Es zeigt einen Stahlträger in Form eines Kreuzes, dass die Feuerwehrmänner aus den Trümmers WTC herauszogen:


Beim Betrachten dieses Bildes wurde mir plötzlich klar: Gott ist nicht irgendwo weit entfernt und sieht uns aus der Ferne zu. Nein, Gott ist mittendrin.
Er ist da, wo Leid und Angst herrschen.
Er ist da, wo seine Leute in Schwierigkeiten sind.
Er ist da, wo man nach ihm ruft.
Er ist da. Mittendrin. Und er hilft seinen Leuten da durch. Und wenn es sein muß, auch durch die letzte Schwierigkeit des Lebens: den Tod
Somit ist die Frage nicht mehr: Wo ist Gott, wenn mir mal so etwas passiert?, sondern: Gehöre ich zu IHM? Wenn ich zu ihm gehöre, dann hilft er mir da durch. Dessen kann ich sicher sein.

-tt