Keep it simple

"Vieles hätte ich verstanden, wenn man es mir nicht erklärt hätte." hat einmal Stanislaw Jerzy Lec geschrieben. An diesen Satz musste ich immer wieder denken, wenn in der Schule mal wieder ein Lehrer anfing irgendetwas, was an sich ganz einfach war, superumständlich zu erklären, bis man schließlich gar nichts mehr kapiert hat. Schlimmer wurde es dann noch an der Uni, weil die Profs dort schließlich dafür bezahlt werden, einfache Dinge kompliziert zu erklären.  

Hm. Jedenfalls bin ich froh, dass es da mit dem Evangelium anders ist. Manche sagen ja, man könnte da nichts bis überhaupt nichts verstehen, wenn man nicht mindestens Theologie und am besten noch Philosophie dazu studiert hat. Sicher, bei manchen Passagen scheints schon so zu sein. Aber die Basics, die kann jeder rauslesen, weil die ganz einfach sind! Muss es auch sein, schließlich waren die Leute, die damals Jesus zugehört haben, auch nur ganz normale Menschen wie Du und ich - kein Heer von Intelektuellen! Die meisten konnten wohl nicht mal schreiben oder gescheit rechnen. Sie haben Jesus einfach beim Wort genommen und sich darauf verlassen, dass Jesus auch meint, was er sagt. Wär es wirklich so, dass die Message von Jesus erstmal einen IQ über 150 erfordert um richtig verstanden zu werden, dann müßte sich Gott zu Recht vorwerfen lassen, dass die Chancen doch sehr ungleich verteilt sind, ihn zu erkennen.

Ach ja, noch was: Wenn es wirklich Fragen gibt, kann man ja heute das Gleiche wie damals bei Jesus auch machen: Nach-fragen. Zum Beispiel nach dem nächsten Kreuz&Quer-Gottesdienst oder per email den Dieter Optiz. "Wer eine dumme Frage stellt, blamiert sich einmal im Leben und ist dann klüger. Wer keine Fragen stellt, bleibt ein Leben lang dumm.", sagt ein altes Sprichwort.

-mz