Komm heim!

(nach dem Lied "Growing Young" von Rich Mullins)

Ich bin so weit von zu Hause weggegangen,
so weit, wie man nur von zu Hause weggehen kann.
Dabei habe ich die Welt gesehen und so viele Dinge mitgemacht -
Dinge, wo ich mir heute wünschte,
dass ich sie doch lieber nie mitgemacht hätte.
Denn diese Erlebnisse haben sich tief in mein Herz gebrannt
und es kalt, dunkel und blutend zurückgelassen.

Auf meiner Reise habe ich erlebt,
wie sich mein Silber in Dreck verwandelte,
denn obwohl ich dafür das Beste bekommen habe,
was man auf dieser Welt dafür bekommen kann,
sage ich Dir: Es war nicht wert, was es gekostet hat.

Da erinnerte ich mich an das Haus meines Vaters zurück
und was hätte ich nicht alles dafür gegeben,
um meinen Vater wieder zu sehen und ihn sagen zu hören,
dass er mich so sehr liebt.

Und als ich schließlich dachte, dass ich nun ganz alleine bin,
da war es, Herr, Deine Stimme, die ich in mir gehört habe,
die mich nach Hause rief.
Und ich wundere mich jetzt, was mich damals nur dazu bewog,
so lange damit zu warten, endlich zurück zu Dir zu gehen;
und was Dich nur dazu bewog,
so lange und geduldig auf mich zu warten.

Deine Liebe war stärker als mein falscher Stolz.
Du nahmst mich wieder zu Dir,
nahmst mich wieder auf als Dein Kind.
Zwar war ich am Boden zerstört.
Doch genau das hat mich gerettet,
denn so habe ich endlich wieder gelernt
zu weinen und zu beten.
So viele haben mir mein Leben lang erklärt
"dass große Jungen doch nicht weinen".
Aber langsam bin ich genug herumgekommen um zu wissen,
dass das nur die große Lüge ist, die die Tränen in den Augen
von Tausenden von Verlorenen Söhnen zurückgehalten hat.
Klar, denken wir, dass wir nicht mehr Gottes Kinder sind:
Wir haben gesündigt und sind von zu Hause abgehaut.
Aber unser Vater wartet immer noch auf uns und
beobachtet täglich still den Weg zum Haus hinauf,
ob seine weinenden Kinder vielleicht heute
endlich in seine ewigen Arme zurückkehren werden.

-mz