Anspiel Kreuz und Quer 21.11.01
" Krieg und Frieden"


Requisiten:    2-4 Stühle, ein Tisch, ein Fernseher
Personen:    Vater, Mutter, halbwüchsiger Sohn (oder Tochter), ein kleines Kind (von einem Erwachsenen gespielt)
(Vater und Mutter sitzen vor dem Fernseher und schauen Tagesschau.)

Vom Cassettenrecorder werden verschiedene aktuelle Schreckensnachrichten eingeblendet.
Vater und Mutter kommentieren die Nachrichten etwa mit folgenden Worten:)

Frau: "Ist da in Israel immer noch Krieg? Hören die da unten immer noch nicht auf?"
Mann: "Früher hat's das alles nicht gegeben."
Frau: "Leben wir in einer verrückten Welt."
Mann: "Man kann bald gar keine Nachrichten mehr schauen."
(Schließlich wendet sich die Frau an ihren Mann)
Frau: Komm Mann, schalt' aus. Ich kann's nicht mehr hören.  
Mann: (schaltet Gerät aus): Ich weiß auch nicht, was in die Menschheit gefahren ist. Wenn die so weitermachen, dann ist unsere Welt bald kaputt. Nur gut, daß bei uns die Welt noch in Ordnung ist. 
Frau: Bei uns in Mistelbach? Da stimmt's auch nicht mehr. Hast du nicht gehört: Dem Hans seine Frau ist davongelaufen, mit einem anderen durchgebrannt.
Mann: Dem Hans seine Frau? Das war doch so ein nettes Ding!
Frau: Ja, und der Karl, der hat seine Frau geschlagen. Sogar mit dem Messer soll er auf sie Losgegangen sein!
Mann: Das kann ich gar nicht glauben! Das ist ja furchtbar!
Frau: Und der Rosi ihre Kinder sollen schon ganz viereckige Augen haben, weil's soviel Fernsehen schauen, und zwar nicht bloß Kindersendungen sondern auch Pornos und Horrorfilme.
Mann: Da muß man sich nicht wundern, wenn die Kinder immer brutaler werden. Gott sei Dank sind wir noch ein anständiges Haus.
Frau: Ja, bei uns ist die Welt noch in Ordnung.
(Halbwüchsiger Sohn betritt das Zimmer.)
Sohn: Grüßt euch! Was gibt's denn heute im Fernsehen?
Mutter: Wir wollten heute so einen schönen Heimatfilm schauen. "Blau ist der Himmel"
Sohn:    Da kommt doch heute auch ein spannender Actionfilm "Rot ist das Blut"
Vater: Nein, nein! Mit dem grauslichen Zeig reicht's uns schon. Wir haben gerade Tagesschau gesehen.
Sohn: Jetzt kommt's. Einmal, wenn ich was schauen will..."
Vater: Nein und nochmals nein. Das ist unser Wohnzimmer und unser Fernseher. Und merk dir's: Solange, du deine Füße unter meinen Tisch hast, bestimme ich!"
Sohn: Jetzt sei doch nicht so autoritär. Immer wenn du nicht weiterweißt, kommst du mit dem dummen Spruch daher.
Vater: Werd bloß nicht frech.
Sohn: Was heißt frech. Man wird doch seine Meinung sagen dürfen.
Vater: Aber bitte in einem anderen Ton!
Sohn:  Den Film wollte ich schon lange mal sehen. Und jetzt kommt er im Fernsehen dran Er hat bestimmt schon angefangen.
(Geht auf den Fernseher zu. Vater steht auf)
Vater: Laß bloß den Fernseher in Ruhe! Sonst fängst du eine!
Sohn: So was stures wie dich gibt's bloß einmal.
Vater: (schreit): Du Lümmel! Verschwinde bloß ! Sonst vergeß ich mich!
Sohn: (geht): Ach leck mich doch... (Tür donnert)
Vater: (aufgebracht) Hast du das gehört! Dein ungezogener Sohn!
Mutter: Er ist genauso dein Sohn! Und das Zornige scheint er ja von dir zu haben!
Vater Ach sei ruhig!
(das kleine Kind kommt ins Zimmer)
Mutter: Ja, was willst du denn ?
Kind: Ich kann nicht schlafen!
Vater: (immer noch aufgebracht). Du kommst uns gerade recht! Marsch ins Bett!
Kind: Ich will aber noch was wissen!
Mutter: ja was denn?
Kind: Wie entsteht Krieg?
Vater: Ja, du hast Fragen! Bei uns ist doch Frieden!
Kind: Aber woanders ist doch immer wieder Krieg.
Mutter: Also paß auf: Der 2.Weltkrieg fing damit an, daß Deutschland Rußland angriff.
Vater: Was erzählst du dem Kind für einen Blödsinn! Deutschland hat Polen angegriffen! So fing der Weltkrieg an!
Mutter: Das ist doch egal! Ich wollte dem Kind doch nur verdeutlichen...
Vater: Dazu mußt du aber nichts Falsches sagen!
Mutter: Du bist unmöglich! Du läßt mich nicht einmal ausreden.
Vater: Bevor du dem Kind noch mehr Blödsinn erzählst!
Mutter: Du weißt doch gar nicht, was ich noch sagen wollte!
Vater: das will ich auch gar nicht wissen! Sag mal: Ihr steckt wohl alle unter einer Decke? Ihr habt wohl alle was gegen mich!
Mutter: Ach, du bist doch nicht normal!
Vater: So und bist du etwa normal?
Mutter: (weint) Du bist gemein!
Vater: Und du bist eine Heulliese!
Mutter: Und du..
Kind: Danke Eltern, jetzt weiß ich, wie Krieg anfängt.