Voll im Einsatz Anspiel Kreuz und Quer 31.01.10

 

Vorbemerkung des Pfarrers zum Stück. Während der Vorbemerkung wird auf der Leinwand der Bibelvers eingeblendet: „Ich konzentriere mich nur noch auf das vor mir liegende Ziel. Mit aller Kraft laufe ich darauf zu, um den Siegespreis zu gewinnen, das Leben in Gottes Herrlichkeit.“ (Philipper 3,13-14). Der Bibelvers bleibt während des Anspieles sichtbar.

 

(4 Läufer/innen stehen zusammen)

 

1. Läufer:         Also, wie ihr wisst, haben wir einen langen Weg vor uns. Das Wichtigste ist: (deutet auf den Bibelvers) Das Ziel nicht vergessen.

2. Läufer:         Klar.

1. Läufer:         Und noch was. Immer zusammen bleiben. Das ist wichtig, falls einer Probleme bekommt.

3. Läufer:         Also ich habe mein eigenes Tempo. Meint ihr, ich warte auf euch lahme Enten? Tschüss! (macht sich auf den Weg, winkt noch)

1. Läufer:         He, wart doch! Du kannst doch nicht alleine...

3. Läufer:         (Ist schon weg, Richtung alter Ausgang.)

4. Läufer:         Ob wir den wieder einholen.

1. Läufer.         Das ist nicht so wichtig. Wir bleiben zusammen. Und das (deutet auf den Rucksack von Läufer 4 auf dem Rücken) bleibt da.

4. Läufer.         Aber ich brauche den Rucksack. Ohne den kann ich nicht leben.

1. Läufer:         Was ist denn da drin?

4. Läufer:         Was man halt zum Leben braucht. Ein paar Flaschen Bier natürlich, eine gute Brotzeit, meinen Regenschirm

1. Läufer:         Regenschirm?

4. Läufer:         Na, wenn es unterwegs regnet. Und meinen Laptop, und mein Kopfkissen, und ein paar Bücher, ohne Bücher kann ich nicht leben.

1. Läufer:         Du kannst das doch nicht mitnehmen! Wir joggen jetzt!

4. Läufer:         (beleidigt) Was geht dich das an, was ich mitnehme? Hauptsache, ich peile das Ziel an. Hast du doch gesagt. Und das mache ich auch.

1. Läufer:         (schüttelt den Kopf) Na dann los.

(Die drei laufen Richtung alter Ausgang. Unüberhörbar klappern die Bierflaschen im Rucksack von Läufer 4)

 

(Während die Läufer unterwegs sind, ertönt Musik, eventuell Filmmelodie von „Die Stunde des Siegers“ oder Ähnliches. Läufer 3 kommt vom neuen Eingang und setzt sich auf eine Bank, oder Stuhl. total erschöpft. Neben ihm sitzt ein anderer. Auf einer Liege liegt mit MP3-Player im Ohr und Zeitschrift in der Hand noch eine dritte Person. Die anderen drei Läufer kommen dazu. Läufer 4 sichtlich erschöpft )

 

2. Läufer:         He, Andreas, schön dich wieder zu sehen. Wir haben schon gedacht, du bist über alle Berge.

1. Läufer:         Läufst du wieder mit uns?

3. Läufer:         Nein.

1. Läufer:         Ja, warum denn nicht?

3. Läufer:         Bin fertig. Das ist ja eine mörderische Strecke.

1. Läufer:         Du warst zu schnell.

3. Läufer:         Ach, hör auf, du Besserwisser. Für mich ist Schluss.

1. Läufer:         Wie du willst.

2. Läufer:                     (zum anderen Banksitzer) Willst du mit?

Banksitzer:       Wohin geht’s?

2. Läufer:         Dorthin! (deutet auf das Bibelwort)

Banksitzer:       (begeistert) Das ist ja ein tolles Ziel! Da will ich auch hin!

2. Läufer:         Also, auf geht’s!

Banksitzer:       Wie meinst du das: „Auf geht’s“?

2. Läufer:         Lauf mit uns, joggen.

Banksitzer:       Laufen? Also, ich habe meine Laufsachen nicht dabei. Ich müsste erst heim und sie holen.

2. Läufer:         Wir warten solange.

Banksitzer:       (verlegen) Und dann laufen wir so richtig? Das klingt nach ...Anstrengung.

2. Läufer:         Na klar. Macht aber auch Spaß. Wir sind eine prima Truppe. Da wird auch keiner überfordert. Und wenn’s Probleme gibt, wir helfen dir.

Banksitzer:       Laufen? Das heißt ja einen Fuß vor den anderen zu setzen und so richtig ins Schwitzen zu kommen. Sag mal, gibt’s nicht eine andere Möglichkeit, an dieses Ziel zu kommen? Z. B. fahren, in einem Mercedes oder so?

2. Läufer:         (schüttelt den Kopf) Nein, du musst dich schon selber in Bewegung setzen.

Banksitzer:       Dann glaube ich, ist das nichts für mich.

2. Läufer:         Wie du willst.

1. Läufer:         (zum Liegenden) Und wie ist mit dir? Willst du mit?

Liegender:        (gibt keine Antwort, zuckt nur im Rhythmus einer imaginären Musik)

1. Läufer:         (geht näher hin) Willst du mit?

Liegender:        (nimmt sich kurz den Stöpsel aus dem Ohr) Hä?

1. Läufer:         Willst du mit?

Liegender:        Ob ich einen Tritt will? Du spinnst wohl!

1. Läufer:         (lauter) Ob du mit willst, habe ich gesagt!

Liegender:        Einen Trip? Ich brauche keinen Stoff.

1. Läufer:                     Meine Güte, bist du schwerhörig?

Liegender:        Eine Tüte brauch ich auch nicht.

Banksitzer:       Der liegt den ganzen Tag nur rum und hört Musik, sehr laut. Der will bestimmt nicht mit.

1. Läufer.                     Sieht so aus. Also dann weiter.

4. Läufer:         Ich kann nicht mehr.

1. Läufer:         Ich weiß auch warum.

4. Läufer:         Du meinst meinen Rucksack.

1. Läufer:         Genau. Lass ihn da.

4. Läufer:         Aber...

1. Läufer:         Ich weiß. Aber mit ihm kommst du nicht ans Ziel.

4. Läufer:         (jammert) Was soll ich denn machen?

1. Läufer:         Lass ihn hier stehen. Du wirst sehen, wie wunderbar leicht dir dann zumute ist.

4. Läufer:         (kleinlaut) Na gut. (legt den Rucksack ab)

1. Läufer:         Und? Wie geht’s dir jetzt?

4. Läufer:         Wunderbar! Ich fühl mich leicht wie eine Feder!

1. Läufer:         Na dann: weiter geht’s!

 

(Läufer 1, 2 und 4 laufen weiter)

 

Banksitzer.       (seufzt) Vielleicht sollte ich doch mit. Wenn Laufen nicht so anstrengend wäre!

Liegender:        (nimmt wieder seine Stöpsel aus dem Ohr) Sag mal, was waren denn das für komische Typen? Erst wollten die mir einen Tritt geben, dann Rauschgift, und dann noch ne Tüte. Die sind doch nicht normal.

Banksitzer.       (nachdenklich) Die sind schon normal, die schon.