Anspiel Kreuz&Quer - ...u.s.w.? - 19.11.03


1. Szene

(Auf der Bühne stehen Tisch und Stühle. Ein Mädchen packt gerade seinen Schulranzen)
Radiosprecher:Einen wunderschönen guten Morgen! Heute ist Donnerstag, der 20.November, sieben Uhr. Ziehen Sie sich warm an. Denn das Wetter ist nasskalt, zwei Grad und Dauerregen. Halten Sie Ihren Regenschirm gut fest, denn es wird ziemlich stürmisch...
Mädchen:(Verzieht den Mund und hält mit dem Packen inne)
Radiosprecher:...Wenn Sie nichts Dringliches vorhaben, dann rate ich Ihnen: Verbringen Sie einen gemütlichen Vormittag zuhause im warmen Bett. Trinken Sie eine Tasse heißen Tee und hören Sie gute Musik, zum Beispiel...
Mädchen:(macht den Radio aus, seine Miene erhellt sich) Keine schlechte Idee.
Mutter:(vom Nebenzimmer) Sophia! Es ist sieben Uhr! Mach dich fertig! Du verpasst den Bus! Ich fahr' dich dann nicht in die Schule! Ich muss selber weg!
Mädchen:Ich gehe heute nicht in die Schule!
Mutter:Wie bitte?
Mädchen:Ich geh nicht in die Schule. Ich bin krank. Hab Gliederschmerzen. Bin ganz schlapp.
Mutter:Hast du Fieber?
Mädchen:Ich glaube nicht. Aber irgendwie friere ich so.
Mutter:Dann gehst du am besten wieder in dein Bett.
Mädchen:Hab ich mir auch schon gedacht.
Mutter:Brauchst du was?
Mädchen:Machst du mir eine Kanne heißen Tee?
Mutter:Ist gut.
Mädchen:Und bringst du mir euren CD-Player?
Mutter:Mach ich auch.
Mädchen:(grinst und reibt sich die Hände) Ich glaube, das wird ein gemütlicher Vormittag.

2. Szene

Radiosprecher:Einen wunderschönen guten Morgen! Heute ist Donnerstag, der 20.November, sieben Uhr. Ziehen Sie sich warm an. Denn das Wetter ist nasskalt, zwei Grad und Dauerregen. Halten Sie Ihren Regenschirm gut fest, denn es wird ziemlich stürmisch...
Mädchen:(Verzieht den Mund und hält mit dem Packen inne)
Radiosprecher:...Wenn Sie nichts Dringliches vorhaben, dann rate ich Ihnen: Verbringen Sie einen gemütlichen Vormittag zuhause im warmen Bett. Trinken Sie eine Tasse heißen Tee und hören Sie gute Musik, zum Beispiel...
Mädchen:(macht den Radio aus, seine Miene erhellt sich) Keine schlechte Idee.
Mutter:(vom Nebenzimmer) Sophia! Es ist sieben Uhr! Mach dich fertig! Du verpasst den Bus! Ich fahr' dich dann nicht in die Schule! Ich muss selber weg!
Mädchen:(seufzt) Ich beeile mich schon! Bin gleich fertig!

3. Szene

Lehrer:Sophia, bleib mal noch kurz da.
Mädchen:(unwillig) Warum denn? Ich muss zum Pausenverkauf.
Lehrer:Ich denke, du weißt, schon, worum es geht. Du hast dich diese Stunde unmöglich aufgeführt. Du hast den Unterricht gestört, hast geschwätzt, nicht aufgepasst.
Mädchen:Ich war doch nicht die einzige! Außerdem war die Karina dran schuld. Die hat mich die ganze Zeit abgelenkt!
Lehrer:Es geht jetzt um dich und nicht um die Karina.
Mädchen:Trotzdem verstehe ich nicht, warum ich der Sündenbock für die ganze Klasse sein soll.

4. Szene

Lehrer:Sophia, bleib mal noch kurz da.
Mädchen:Worum geht's denn?
Lehrer:Ich denke, du weißt, schon, worum es geht. Du hast dich diese Stunde unmöglich aufgeführt. Du hast den Unterricht gestört, hast geschwätzt, nicht aufgepasst.
Mädchen:Ich habe mich heute wirklich nicht besonders gut aufgeführt. Tut mir leid.

5. Szene

Mädchen:Sag mal, kannst du mir mal aus der Klemme helfen?
Freundin:Worum geht's denn?
Mädchen:Ich hab gestern in der Stadt einen coolen Pulli gesehen. Den möchte ich heute kaufen.
Freundin:Brauchst du wohl wieder Geld?
Mädchen:Kannst du mir 50 Euro leihen?
Freundin:Du bist mir noch vom letzten Monat 30 Euro schuldig.
Mädchen:Ach, du hast doch das Geld. Hast einen reichen Papa, kriegst genug Taschengeld.
Freundin:Wieso musst du dir einen Pulli kaufen, wenn du kein Geld hast?
Mädchen:Ich brauch einfach was neues. Hab nichts mehr anzuziehen.
Freundin:Und was ist mit deinen Eltern? Können die dir vielleicht nicht Geld geben?
Mädchen:Die hocken alle nur auf ihrem Geld. Die sind stinkgeizig.
Freundin:Ich kann dir auch kein Geld geben.
Mädchen:(wütend) Und du willst meine Freundin sein?
Freundin:Lass dir doch erklären...
Mädchen:Verschwinde! Du bist für mich gestorben!

6. Szene

Mädchen:Sag mal, kannst du mir mal aus der Klemme helfen?
Freundin:Worum geht's denn?
Mädchen:Ich hab gestern in der Stadt einen coolen Pulli gesehen. Den möchte ich heute kaufen.
Freundin:Brauchst du wohl wieder Geld?
Mädchen:Kannst du mir 50 Euro leihen?
Freundin:Du bist mir noch vom letzten Monat 30 Euro schuldig.
Mädchen:Ach, du hast doch das Geld. Hast einen reichen Papa, kriegst genug Taschengeld.
Freundin:Wieso musst du dir einen Pulli kaufen, wenn du kein Geld hast?
Mädchen:Eigentlich hast du recht. Hab ja den ganzen Schrank voller Klamotten.

7. Szene

Mutter:(kommt erschöpft auf die Bühne) Ich bin fix und fertig.
Mädchen:Hattest wohl einen stressigen Tag?
Mutter:Stressig ist gar kein Ausdruck. Erst im Büro Überstunden. Und dann noch Einkaufen.
Mädchen:Bei mir ging's eigentlich.
Mutter:Du hast's ja auch gut. Schüler müsste man sein!
Mädchen:Du, so schön ist das auch nicht. Zum Beispiel heute: Bei so einem miesen Wetter in die Schule. Ich hätte am liebsten blaugehauen.
Mutter:So, so, das sieht dir aber ähnlich!
Mädchen:Wie bitte? Also morgen bleibe ich wirklich daheim!
Mutter:Du gehst morgen in die Schule!
Mädchen:Aber in der Schule ist es doch nur öde. Vor allen Dingen beim Krause.
Mutter:Du hast schon wieder den Unterricht gestört?
Mädchen:Ja, aber ich hab' mich beim Krause entschuldigt.
Mutter:Das ist ja wohl das mindeste.
Mädchen:Ich hätte mich überhaupt nicht entschuldigen sollen. Die anderen haben auch Quatsch gemacht. Außerdem hat mich die Karina die ganze Zeit abgelenkt.
Mutter:Echt? Ich glaub, jetzt schwindelst du ein wenig!
Mädchen:Ich lüg nicht. Die Karina ist ein Miststück! Leider habe ich ihr das heute nicht gesagt!
Mutter:Sophia!
Mädchen:Doch, stimmt schon. Die ist so geizig. Leiht mir nicht mal was für Klamotten.
Mutter:Bist du wohl wieder pleite?
Mädchen:Ihr gebt mir halt nicht genug Taschengeld.
Mutter:Du kriegst 20 Euro die Woche. Das muss doch wohl reichen.
Mädchen:Andere aus meiner Klasse kriegen viel mehr. Aber ihr hockt ja nur auf eurem Geld.
Mutter:Sophia!
Mädchen:Ja, so heiße ich! Tschüss! Ich geh jetzt in mein Zimmer. Und morgen brauchst du mich nicht zu wecken. Ich bin morgen krank!
© 2003 Dieter Opitz